
Silke Carl, Pflegefachkraft der geriatrischen Station im KRH Klinikum Nordstadt.
Silke Carl arbeitet seit 1986 als Krankenschwester im KRH. Damals begann sie eine Ausbildung zur Pflegekraft im damaligen Oststadtkrankenhaus. Nachdem sie sechs Jahren auf der geriatrischen Station im KRH Klinikum Nordstadt tätig war, arbeitet sie jetzt als Trainee/Stationsleitungsvertretung in der Geriatrie des KRH Klinikum Lehrte. Sie selbst bezeichnet ihre Arbeit als „großen Reichtum für sich selbst und andere“.
Dabei hätte alles anders kommen können. Mit einem zwinkernden Auge blickt Silke Carl auf ihren Kindheitstraum zurück, in Spitzenschuhen und Tutu auf einer großen Bühne zu stehen. Doch dann zog ihre altersgeschwächte Großmutter bei ihrer Familie ein. Ein tiefer Einschnitt im Leben der damals vierjährigen, war sie doch ganz selbstverständlich in die Betreuung und Begleitung ihrer Oma mit eingebunden. „Meine Geschwister und ich haben mitgeholfen: beim Füttern, Waschen und allem, was dazugehörte“, erinnert sich Carl. Die Entscheidung, eine Ausbildung in der Pflege zu machen, war dann folgerichtig.
Ihre Zeit nach der Ausbildung auf der Internistischen Station im Oststadtkrankenhaus hat bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen und den Grundstein für ihre Karriere gelegt. Besonders die Menschen, denen sie während dieser Zeit begegnete und die Erfahrungen, die sie machte, blieben ihr im Gedächtnis. „Ich entschied mich 2019, einen weiteren Schritt in meiner Karriere zu machen und bildete mich zur geriatrischen Fachkraft weiter“, so Carl. Die Altersmedizin findet sie so spannend, weil ältere Menschen bereits viel erlebt haben, die Behandlung eine große Bandbreite an Wissen benötigt und die Menschen aus ihrem reichen Leben erzählen können. „Es entstehen tolle Gespräche und ich lerne viele charakterstarke Menschen kennen.“
Doch die Altersmedizin und Pflege braucht nicht nur breites Fachwissen. „Immer wieder sehe ich Menschen, die in ihrer Zeit auf Station keinen Besuch bekommen. Die Vorstellung, sich selbst einmal so einsam zu fühlen, bestärkt mich auch weiterhin, mit den älteren Patientinnen und Patienten zu arbeiten. Ich sehe das Lächeln, wenn ich mir etwas Zeit nehme, um mit meinen Patienten zu reden. Und sie brauchen das auch. Besonders Menschen mit Demenz brauchen diese Nähe.“
Der Umgang mit an Demenz erkrankten Patient*innen fordert ihr einiges ab. Für diese Patientinnen und Patienten nimmt Carl sich besonders viel Zeit. Mit viel Ruhe, Zeit und Struktur in den Abläufen schafft sie ein familiäres Umfeld mit wenig Distanz. Diese Nähe zu ihren Patient*innen ist für Silke Carl besonders wertvoll. Die Gespräche sind offener, die Patient*innen freigiebiger mit Informationen. „Für mich persönlich ist es unglaublich bereichernd, die Lebensgeschichten jedes Einzelnen zu hören.“
Die Liebe für ihre Arbeit ändert nichts daran, dass die körperliche und in seltenen Fällen auch psychische Belastung nicht zu unterschätzen ist. Daher sucht sie in ihrer Freizeit in der Natur bei einem Spaziergang oder einer Radtour nach Entspannung und Ruhe. Für sie ist es wichtig, so lange wie möglich körperlich und geistig fit zu bleiben.
In ihrer Zeit am KRH hat sie bereits viel erlebt – mehrere Umzüge sowie einige Stationswechsel. Die Arbeit auf der geriatrischen Station hat sie auf die Notwendigkeit eines gut vernetzten interprofessionellen Teams aufmerksam gemacht. Die Mehrheit ihrer Patientinnen und Patienten weist ein umfangreiches Krankheitsbild auf. „In der gesundheitlichen Versorgung unserer Patientinnen und Patienten ist es meiner Meinung nach wichtig und richtig, alles gebündelt an einem Ort zu haben. Daher unterstütze ich den Weg der Medizinstrategie 2030.“
Seit diesem Jahr steht für Silke Carl ein neues Kapitel an. Mit viel Unterstützung und Begeisterung hat sie neben ihrer Arbeit Gerontologie studiert und arbeitet jetzt als Trainee / Stationsleitungsvertretung in der Geriatrie im KRH Klinikum Lehrte.